Albert Hofmann, Vater des LSD gestorben
Erstellt von acidknoll am 30. April 2008
Der “Vater” der halluzinogenen Droge LSD, Albert Hofmann, ist am gestrigen Dienstag im Alter von 102 Jahren in seinem Haus in Burg (Basel-Landschaft) verstorben. Auf der Suche nach einem Kreislaufstimulans experimentierte der Schweizer Chemiker vor dem 2. Weltkrieg mit dem Getreidepilz Mutterkorn und synthetisierte daraus Lysergsäurediethylamid (LSD). Weil die gewünschten Ergebnisse im Tierversuch aber ausblieben, verlor Hofmann zunächst das Interesse an der Substanz.
Erst fünf Jahre später entdeckte der Chemiker durch Zufall die enorme psychogene Wirkung von LSD. Bei einem Synthesevorgang hatte Hofmann aus Versehen etwas von dem Wirkstoff über die Haut aufgenommen – und er registrierte kurze Zeit später extreme Bewusstseinsveränderungen, aber auch extreme Ängste, plötzlich verrückt geworden zu sein. Hofmann war erstmals “auf Trip”. Da die Wirkung jedoch nach ein paar Stunden wieder abklang, folgten weitere Selbstversuche, die Hofmann genau dokumentierte.
Hofmanns damaliger Arbeitgeber, der Schweizer Pharmakonzern Sandoz, produzierte LSD später unter dem Handelsnamen Delysid für medizinische und Forschungszwecke. Kulturhistorische Bedeutung erlangte LSD in den 1960er-Jahren, als die Substanz neben THC zur Modedroge avancierte und Künstler wie die Rolling Stones, Jimi Hendrix oder Led Zeppelin beeinflusste. Auch Schriftsteller wie Aldous Huxley (Schöne neue Welt) oder der Schauspieler Cary Grant waren LSD-Konsumenten.
Beitrag aus www.heise.de
Zu Albert Hofmann siehe auch das Interview anlässlich seines 100. Geburtstags in Telepolis:
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