Trittbrettfahrende Strategen
Erstellt von acidknoll am Donnerstag 22. März 2007
Ich finde es momentan sehr lustig, dass man aus allen Ecken hört: “Wir bauen jetzt auch ein Portal wie StudiVZ, nur mit einer anderen Zielgruppe und anderen Features!” oder “Wir werden den Markt der social networks abschöpfen!”. Möglicherweise ist der Markt noch nicht gesättigt und so will jeder auf den Zug von StudiVZ und Xing (ehemals openBC – das StudiVZ für ‘Erwachsene’) aufspringen und den großen Reibach machen.
So einfach wird es allerdings nicht werden, mit solch großen Netzwerken Geld zu verdienen. Als Werbender hätte ich große Bauchschmerzen, mein Produkt neben den sinnbefreiten Unterhaltungen im StudiVZ zu sehen. Bezüglich der Vermarktung von StudiVZ gibt es interessante Beiträge, die meine Vermutung nur bestätigen.
Communities und andere forenartige Plattformen sind gekennzeichnet von einer sehr hohen “stickyness”. Der User ist nicht in Kaufstimmung, er wird nicht durch redaktionellen Content auf einen Kauf vorbereitet (produkt-review), er ist vollkommen mit anderen Dingen beschäftigt, nämlich chatten, Gästebuch eintragen, Profilpflege usw. und er will keine Werbung konsumieren. Das alles zeigt einem einfach nur diese unglaubliche Blauäugigkeit und fehlende Fachkenntnis der Herren Holtzbrinck beim Kauf dieser Plattform. Einfach Werbung draufklatschen und Kaufpreis amortisieren…
Im Moment merken sehr viele Leute, wie blauäugig sie waren. Das ist ein Haufen von Übers-Ohr-Hauern, die jetzt alle über das Ohr gehauen werden: Dariani von Holtzbrinck, Holtzbrinck von StudiVZ, StudiVZ von den Nutzern, die sich am Ende wundern werden, was wer aus ihren Daten macht.
Nicht nur die neuen AGB von StudiVZ sind lächerlich, auch die kläglichen Erklärungsversuche seitens einiger Unternehmenssprecher um die recht komisch wirkenden Klauseln zu erklären, siehe heise online – StudiVZ: Hacken verboten.