Pinguinträume
Erstellt von acidknoll am 18. Februar 2007
Am Südpol auf dem blanken Eis spaziert ein Pinguin im Kreis. Er legt mit träumerischen Blicken die Flossen langsam auf den Rücken und wandelt weiter, überlegend, warum es wohl in dieser Gegend (was ihn betrübt) nichts Grünes gibt.
Er wünscht sich saftig grüne Wiesen, auf denen üppig Blumen sprießen. Da plötzlich schmelzen Eis und Schnee, und Kräuter, Gras und grüner Klee und tausend bunte Blumen blühn um den erstaunten Pinguin, der sich verdutzt die Augen putzt.
Er ruft: Juhu und wirft sich auch ins grüne Polster auf den Bauch. Ach, denkt er, was für schöne Dinge! Jetzt fehlen nur noch Schmetterlinge! Kaum, dass er diesen Wunsch getan, fängts ringsherum zu flattern an. Schon sind – hurra – die Falter da!
Da hat er nun – lang hingestreckt – seltsame Wünsche ausgeheckt; Er wünscht sich himmelblaue Rosen und gelbgestreifte Herbstzeitlosen. Sogar Kakteen, stachlig wild, und jeder Wunsch wird ihm erfüllt. Da wird er kühn, der Pinguin!
Er wünscht sich apfelgroße Fliegen und sieben Meter lange Ziegen und Löwen, größer als ein Schrank, und Schlangen, kilometerlang. Zum Schluss wünscht er sich einen Wal, entsetzlich groß und kolossal. Doch da – oh Schreck – alles ist weg.
Die Wiese fressen ab die Fliegen, die Fliegen werden von den Ziegen gefressen, und den Ziegenhauf, den fressen alle Löwen auf. Die Löwen sterben durch die Schlangen. Jedoch die Schlangen, all die langen, die frisst der Wal mit einemmal.
Der Wal, der plumst zurück ins Meer. Und nun ist alles wie vorher. Der Pingunin, halb schwarz, halb weiß, spaziert im Kreis wohl auf dem Eis und denkt sich so beim Kreis-Beschreiben: Man muß sich halt die Zeit vertreiben, der eine so, der andere so!
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